Jugenddelegation der Stadt Penzberg in Berlin

Zum zweiten Mal durften Schüler des GYP einer Einladung des Rathauses unserer Partnerstadt Berlin-Tempelhof/Schöneberg in die Hauptstadt folgen. Und auch dieses Mal war das Programm des Partnerstadtaustauschs eng verbunden mit dem jährlich in Berlin veranstalteten internationalen Kinder- und Jugendfilmfestival „REC for Kids“, diesmal vom 14. bis zum 18. September 2016. Im Auftrag von Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler hatte die Betreuerin der Begegnung, Frau Mirka Schuster, alles wieder wunderbar und mit viel Freude fürs Detail vorbereitet.

Nach unserer langen und natürlich verspäteten Ankunft mit der Bahn überwältigte uns sogleich das Großstadt-Feeling in Berlin. Am Hauptbahnhof wimmelte es nur so, aber wir fanden trotzdem rasch in unser Hostel, mitten in Kreuzberg gelegen. Dort lernten wir auch gleich die Vertreter der anderen Partnerstädte von Berlin-Tempelhof/Schöneberg kennen: lauter mit uns gleich alte Filminteressierte aus Wuppertal, Bad Kreuznach, Paderborn und Eschwege sowie aus Amstelveen/NL und London-Barnet/GB. Gemeinsam gingen wir alle 30 zum Abendessen und besuchten die Eröffnung des REC-Filmfestivals in der Ufa-Fabrik in Tempelhof.

Für den Donnerstag stand erst ein Frühstück im Rathaus Schöneberg auf dem Programm, wobei wir auch den Raum sahen, in dem John F. Kennedy seinen legendären Satz „Ich bin ein Berliner.“ gesagt hat. Danach gab es für uns eine Busrundfahrt durch die Stadt mit Ausstiegen am Brandenburger Tor und an der Eastside Gallery. Nachmittags statteten wir wieder dem Prinzessinnengarten am Moritzplatz einen Besuch ab, den zwei von uns schon von der letzten Berlinfahrt her kannten. Abends bekamen wir eine eigene Führung durch das Reichstagsgebäude mit Blick aus der Kuppel über das nächtliche Berlin. Ein Mitternachtssnack bei „Curry 36“ in Kreuzberg rundete einen gelungenen Tag ab.

Am nächsten Tag hielt unsere Begleiterin, Frau Dr. Völker-Rasor, eine Überraschung für uns bereit. Wir fuhren zum Schlesischen Tor, wo ein junger Lehrer und Sprayer (!) auf uns wartete und einen Streetart-Spaziergang mit uns machte. Danach sahen wir die Stadt mit ganz anderen Augen, denn plötzlich waren alle Wände voller Tags und Bombings und Sticker und Schablonen usw. Am Nachmittag gab es in der Ufa-Fabrik zwei interessante Workshops: In dem einen führten sich die Partnerstadtgruppen gegenseitig ihre Filme vor, im anderen wurden wir von einem frisch gebackenen Mediengestalter in den Umgang mit einer Steadycam eingeführt. Und bis zum späten Abend gab es dann eindrucksvolle Dokumentarfilme aus dem Wettbewerbsprogramm zu sehen.

Unser letzter Tag begann wieder mit eigenem Programm. Auf der Hinfahrt hatten wir eine neue Filmidee ausgebrütet und bis dahin schon in jeder freien Minute in der Stadt daran gedreht. Jetzt sollten noch einige Szenen in der Stadtmitte in den Kasten kommen. Bei der Gelegenheit besuchten wir auch das Holocaust Memorial und danach – etwas weniger kultur- und geschichtslastig – ein Museum zum Thema „Computerspiele“. Draußen lief derweil eine TTIP-Demo, die für unseren Reisekamerad Samer aus Syrien etwas Ungewohntes war; wir konnten überhaupt viel über Land und Leute mit ihm auf unserer Reise sprechen. Der Nachmittag und Abend war dann für die Preisverleihung des REC-Filmfestivals vorgesehen, hier sahen wir noch einmal viele tolle Filme.

Mit einigem Schlafdefizit und einer großen Menge an Eindrücken kamen wir acht zurück nach Hause. Toll wäre es, da waren wir uns alle einig, wenn auch die Stadt Penzberg von sich aus auf Ebene der Jugendlichen jetzt in das einmal angelaufene Austauschprogramm einsteigen würde! Denn umgekehrt hätten wir sicher auch den Großstädtern in Penzberg einiges zu bieten.

Für die Gruppe: Frederic Rasor, 10D


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