Projekte

Projekt: Pflanzen großformatig malen

Die Klasse berichtet:

Mit unserem „Pflanzen‐Projekt“ wollten wir einmal in einem größeren Format als in dem sonst üblichen Zeichenblockformat malen. Das Thema war schnell gefunden, aber wie sollten wir möglichst naturgetreue Pflanzen malen ohne im botanischen Garten gewesen zu sein. Unsere Kunstlehrerin Frau Härdtlein wusste schnell Abhilfe. Schon zur nächsten Kunststunde hatte sie ihr Auto voll mit Pflanzen beladen und uns als Anschauungsobjekte mitgebracht. Innerhalb weniger Minuten entluden wir das Auto und verwandelten den Kunstraum in unseren eigenen Botanischen Garten. So hatten wir die Gelegenheit die verschiedensten Pflanzen genau zu studieren. Wir zeichneten sie zu allererst mit Bleistift, achteten dabei auf die unterschiedlichsten Details um die Vielfalt möglichst genau darzustellen. Als die Bleistiftzeichnungen beendet waren untersuchten wir die verschiedenen Grüntöne, indem wir durch Farbmischungen deren Farbigkeit nachspürten. Nach unseren Farbexperimenten ging es ans malerische Ausarbeiten der großen Bilder. Mit den Ergebnissen sind wir alle sehr zufrieden und finden, dass sich das Ergebnis sehen lässt.
Die Klasse 9e

Architekturprojekt 7c

Eine Schülerin berichtet:

Dieses Jahr war im Kunstunterricht von Frau Härdtlein viel los, denn wir hatten ein großes Projekt vor: Der Bau einer eigenen Siedlung. Die Gebäude sollten natürlich aufrecht stehen und von allen Seiten zu betrachten sein. Wir stellten unsere Häuser auf Grundstücke, die die Hausbesitzer nach ihren Wünschen gestalteten. Die Grundstücke wurden mit Straßen, Wegen und Plätzen verbunden. Alles musste sich so ergänzen, dass es zusammenpasst. Und das hat es am Ende auch! Ein großer Spaß, bei dem ein schönes Dorf herauskam.
Anabella Schäffler 7c

„Was brauchst du, damit es dir gut geht?“ – ein länderübergreifendes Kunstprojekt

Mit dieser Frage haben sich Kinder aus Kindergärten und Schulen im Süden Indiens, aber auch Schüler der 5. und 7. Klasse des Gymnasiums Penzberg unter der Leitung von Frau Hofmeister, Frau Scharf und Herrn Schleicher‐Hofmeister beschäftigt und ihren Vorstellungen entsprechend Bilder gestaltet.

Im jeweiligen Austausch sind diese Bilder zum Bestandteil von Ausstellungen geworden und bildeten somit eine kulturelle Brücke zwischen Indien und Deutschland. Anlass des Kunstprojektes war der 25. Geburtstag der UN‐Kinderrechtskonvention, die am 20. November 1989 von der UN‐Generalversammlung angenommen wurde. Hierin wird, laut dieser Konvention, beispielsweise jedem Kind das Recht auf einen Namen, auf eine Staatsangehörigkeit, auf Essen, auf Trinken, auf Freizeit und auf ein umsorgtes Heranwachsen zugesprochen.

„Was brauchst du, damit es dir gut geht?“
6.000 km voneinander entfernt haben Kinder genau darüber nachgedacht! Initiiert wurde das Projekt von Franziska Bader und Jule Gerleit, einer ehemaligen Schülerin des Gymnasiums, die bis Juni 2015 über die Karl Kübel‐Stiftung für Kind und Familie (KKS) ein achtmonatiges Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Hassan, Südindien, absolvierten. Dort lebten und arbeiteten die beiden im Kinderheim „Prachodana Center for Social Service“, einer Institution für circa 40 Kinder, die sonst keinen Zugang zu Bildung hätten. Nähere Informationen dazu unter prachodana.org und kkstiftung.de

Die indischen Bilder waren vom 8. Dezember bis zum 23. Dezember 2014 im Gymnasium Penzberg vor dem Lehrerzimmer zu besichtigen und werden voraussichtlich noch im Rathaus Penzberg ausgestellt.

Neugestaltung des Oberstufenzimmers durch das P‐Seminar „Schulhausgestaltung“

Dass ein Schulhaus neben seiner Hauptfunktion als Bildungsstätte auch als Ort künstlerisch‐ kreativer Gestaltung wahrgenommen werden kann, zeigte sich eindrucksvoll in dem, was sechs Seminarteilnehmer des P‐Seminar „Schulhausgestaltung“ unter der Leitung von Herrn Schleicher‐Hofmeister im Schuljahr 2015/16 aus dem Oberstufenzimmer gemacht haben. Mit sehr hohem Engagement wurde aus einem stark vernachlässigten Aufenthaltsraum für die Oberstufe innerhalb von sechs Monaten ein komplett neu gestaltetes und komfortabel ausgestattetes Oberstufenzimmer mit eindrucksvollen Wandmalereien.

Neben einem Lernbereich gibt es nun einen eigenen „Chill‐Bereich“ mit Ledersofa, der, getrennt durch einen Raumteiler, genügend Platz zum Verweilen und Austauschen bietet. Wir gratulieren Sarah Stapelfeldt, Bernadette Eberstein, Burga Lenz, Sarah Erl, Carina Streidl und Jakob Schneider für ihre wirklich tolle Leistung!!

„In Kunst gehüllt“ – ein jahrgangsübergreifendes Klassenprojekt

Wie die im Kunstlehrplan der Mittelstufe verankerten inhaltlichen Bereiche „Kleidung und Erscheinungsbild“ und „Kunst der klassischen Moderne bzw. ausgewählte Positionen der Kunst nach 1945“ in Einklang gebrachten werden konnten, zeigte am Tag der offenen Tür (01.03.2013) die Modenschau im Kunstraum B-108, bei der überarbeitete Chemielabormäntel präsentiert wurden.

Schülerinnen und Schüler einer 9. und 10. Klasse hatten zuvor die sonst weißen Arbeitskittel mit kunstgeschichtlichen Bildikonen des 19. und 20. Jahrhunderts in mehrwöchiger Partnerarbeit mit Acrylfarbe bemalt und sich eine Choreografie für die Präsentation auf dem Laufsteg im abgedunkelten Klassenzimmer überlegt. Eine projizierte Bildershow und ein abgestimmtes Set an musikalischen Einspielungen unterstrichen die multimediale Gesamtperformance.

Dank der Schülerin Katrin Schneyer wurde dieses Event auch filmisch festgehalten.

Brettspieldesign 7b/7c

Spiele spielen fernab von zuckenden Daumen über glänzenden Handy-Displays und leuchtend bunt flimmernden Computerbildschirmen.

Zwei Schülerinnen berichten:

Im Kunstunterricht teilte uns unser Kunstlehrer mit, dass unser neues Kunstprojekt ein Brettspiel ist, das wir selber entwerfen und gestalten sollten. Wir haben uns sofort in kleinen Gruppen zusammengefunden und erste Überlegungen zu unseren Spielen angestellt. Als jede Gruppe ihre Spielidee grob festgelegt hatte, bekamen wir Besuch von Herrn Teubner, einen bekannten Brettspieleentwickler aus Antdorf. Herr Teubner hat uns viel von seinem beruflichen Arbeitsalltag berichtet und auf sehr lebendige Art und Weise vorgestellt, was ein gutes Spiel ausmacht. Angeregt von diesen Tipps und Hinweisen konnten wir alle wirklich tolle Spiele gestalten.

Saskia Graf und Sophia Zurmühl 7b

Die Spiele werden zum Sommerfest des Gymnasiums am 21.07.2016 der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Ein Buch geht auf Reisen“ – Schüler gestalten ein Bilderbuch

Ausgang für das Buch-Projekt in der Klasse 5c war die Begegnung der Schüler mit dem ersten aus einer Trilogie stammenden Bilderbuch „Die Reise“ vom US-amerikanischen Buchautor Aaron Becker.

Es handelt von einem kleinen Mädchen, der es gelingt, durch spontan an Wände und Boden gezeichnete rote Kreidelinien in Fantasiewelten einzutauchen. So gelangt sie in ein Abenteuer, deren Ausgang sie durch ihre rote Zauberkreide mit beeinflussen kann.

Am Ende des Buches lernt das Mädchen einen Jungen kennen, der eine lilafarbene Kreide besitzt. Das letzte Bild des Buches zeigt die beiden auf einem Tandem, auf dem Weg neue Abenteuer zu erkunden.

Auf der Grundlage des Buches und dem offenen Ausgang der letzten Buchseite sollten die Schüler der Klasse die Geschichte in ihrer Fantasie weiterentwickeln. Dabei sind beeindruckende Bilder entstanden, die durch Wasserfarben und nachträglicher Konturierung mit Tusche äußerst lebendig wirken.

Nach Fertigstellung des Buches wurde ein Exemplar mit einem kleinen persönlichen Schreiben der Schüler als eine Art positive Rückmeldung an Herrn Becker in die USA geschickt. Die sehr freundliche und wertschätzende Antwort von Herrn Becker folgte prompt und wurde mit viel Zuspruch an die stolzen und jungen Illustratoren weitergegeben.

Energieeffizientes Bauen - Wie gestalte ich ein Passivhaus?

Zehn Oberstufenschüler der Q11 des Profilfaches „Energieeffizientes Bauen“ haben sich in den vergangenen Monaten mit Möglichkeiten des energieeffizienten Wohnungsbaus beschäftigt, Referate zu diesem Thema gehalten, Architektur vor Ort besucht (Feuerwehrhaus Iffeldorf) und nun eigenständig ein Passivhaus in Grundrissen und Ansichten auf einem großen Entwurfsplan entwickelt. Nach der zeichnerischen Planungsphase wurden die Architekturideen in anschaulichen Modellen in den Maßstäben 1:50 und 1:200 aus weißen Leichtschaumplatten und Finnpappe plastisch sichtbar gemacht. Nach einer Ausstellungsmöglichkeit für die äußerst konzentriert erarbeiteten Pläne und Modelle wird derzeit noch gesucht.

Alle Architekturentwürfe des Kurses

Aktionen

„Die Kunst ist dann mal weg“ – Fachschaft Kunst beteiligt sich an Protestaktion

Am 21. Mai 2014 rief der BDK (Bund Deutscher Kunsterzieher) alle Kunstlehrerinnen und ‐ lehrer der verschiedenen Schularten dazu auf, an einer bundesweit angelegten Protestaktion teilzunehmen. Ziel dieser Aktion war es, die Öffentlichkeit über die besorgniserregende Situation des Faches Kunst zu informieren. Kunstunterricht ist schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Das Fach ist massiv von Stellenkürzungen, Stundenstreichungen und Verzicht auf Fachlehrer bedroht.

Aus diesem Anlass hat die Fachschaft Kunst des Gymnasiums Penzberg (namentlich Frau Härdtlein, Frau Hofmeister, Frau Scharf und Herr Schleicher‐Hofmeister) ihren Beitrag zur Protestaktion geleistet und alle Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht von den Schulwänden abgehängt oder aber fest angebrachte Wandgestaltungen mit Stoffen und Folien verhängt.

Sechst‐ und Siebtklässler von Frau Scharf und Frau Härdtlein bastelten für diesen Tag Körperverhüllungen mit Aufschriften wie „Die Welt ohne Kunst ist fad“ und stellten sich zum Pressetermin am Vormittag demonstrativ hinter das Fach Kunst.

Hinweiszettel an den leeren Wänden oder an den Stoffen informierten darüber, dass es an Grund‐, Haupt‐ und Gesamtschulen kaum noch ausgebildetes Fachpersonal gibt. An Gymnasien und Realschule ist die Situation zwar noch relativ stabil, doch auch am Penzberger Gymnasium musste vor zwei Jahren schon auf Kunstunterricht in der 8. Jahrgangsstufe verzichtet werden, weil nicht genug Lehrerstunden zur Verfügung standen.

Eine erste Erfahrung wie es sein kann, wenn das Fach Kunst „ausfällt“.

In einer Durchsage wurde auf die Bedeutung des Faches für die ganzheitliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler hingewiesen. Sie werden im Umgang mit Bildern jeglicher Art geschult und entwickeln dadurch ein Bewusstsein für die eigene kulturelle Geschichte. Vor allem bietet das Fach die Möglichkeit sich in jungen Jahren als gestalterisch aktiven Menschen kennenzulernen.

Nur wenn bildungspolitische Entscheidungsträger, aber auch Schulleitung, Lehrer, Schüler und auch Eltern die Qualitäten einer ästhetischen Erziehung erkennen und gezielt fordern wird das Fach Kunst eine Zukunft im derzeitigen Fächerkanon haben.

Weitere Informationen zur Situation des Faches Kunst unter: bdk‐online.info

„Tag der offenen Tür“ am Gymnasium Penzberg, 27.01.2015

Unter der Leitung der jeweiligen Fachlehrerinnen und ‐lehrer präsentierten die Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen ein äußerst abwechslungsreiches Programm.

Parallel zur Ausstellung „Selfies reloaded“ – eine künstlerisch‐ästhetische wie inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Selfies durch Übermalung von Selbstporträts – konnten sich alle kunstinteressierten Besucher durch die Schülerinnen des Kunst‐Additums von Frau Hofmeister die Gesichter nach Vorlage oder spontanen Vorstellungen bemalen lassen.

Der Andrang nach einer individuellen Gesichtsmalerei war so hoch, dass sich stellenweise Warteschlangen bis in den Korridor bildeten. Einen deutlichen Workshop‐Charakter nahm auch das Angebot von Kollegin Anja Härdtlein im Raum C‐012 an, bei dem Besucher eingeladen wurden aus bereits zugeschnittenen kleinen Baumscheiben Kettenanhänger zu basteln und diese zu bemalen.

Neben den beiden interaktiven Programmpunkten sollte das Schulhaus auch als Ausstellungsräumlichkeit genutzt werden. Sehr großes Interesse fanden dabei die Styropormodelle futuristischer Sakralarchitektur, die Tiny‐Houses oder die Baumhaushotels, die sowohl im C‐Bau wie im B‐Bau auf Tischen präsentiert wurden.

Die plastischen Ergebnisse aus dem W‐Seminar „Dreidimensionales Gestalten“ unter der Leitung von Fabian Schleicher‐Hofmeister zeigten die Seminarteilnehmer im Kunstraum B‐ 108. Das sehr weit gefasste Verständnis von dreidimensionaler Gestaltung ließ eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze zu, sodass neben klassischen Plastiken aus Gips oder Ton auch textile Kleiderentwürfe, Hutobjekte sogar Funktionsgegenstände wie Sessel, Schmuck, ein Zimmerbrunnen oder ein Kite‐Drache Eingang in die Ausstellung finden konnten. Ebenso ungewöhnlich wie originell waren eine begehbare Rauminstallation im ehemaligen Medienraum, das Puppenhaus aus Restmüll oder die essbaren Kuchenkreationen in Anlehnung an kunstgeschichtliche Meisterwerke.

Penzberger Adventskalender

Einen festen Bestandteil in der öffentlichen Wahrnehmung der Schule aus Sicht der Kunst leistet seit einigen Jahren wieder die Beteiligung vieler Schülerinnen und Schüler an der Gestaltung des „Penzberger Adventskalenders 2015“, den Frau Mummert jedes Jahr zum Anlass nimmt, die verschiedenen Schulen der Stadt in eine gemeinsame Aktion einzubinden. Frau Hofmeister und Frau Scharf (bis Sj. 2014/15) sind auch dieses Jahr hierfür wieder aktiv gewesen.

Malaktion im Zwischenraum

Die von Susanne Hanus, Mitglied der Kunstzeche Penzberg, initiierte Malaktion wurde von Schülerinnen des Kunst‐Additums unter der Leitung von Frau Hofmeister am 14.11.2015 durch imposante, großformatige Wandbilder im sogenannten „Zwischenraum“ neben der Moschee unterstützt.

Eine Schülerin berichtet:

Wenn wir unsere Welten nicht vereinen können – müssen wir uns im 'Zwischenraum' treffen Den Zwischenraum Penzbergs durften wir, das Kunst‐Additum, am 14.11.2015 mit Pinseln, Leitern und sehr viel Farbe erobern und zusammen mit (Hobby‐)Künstlern, Kindern und auch Asylsuchenden, gestalten. Da der Raum, der zwischen Moschee und Rewe steht, und im Moment als Fahrradwerkstatt von und für Asylbewerber genutzt wird, in abzusehender Zeit abgerissen werden soll, wurde die Initiative ergriffen, um eine Begegnung zwischen Menschen zu ermöglichen, die einfach Lust haben eine ungewöhnlich große Fläche an weißer Wand mit Farbe zu bespielen. An diesem Tag wurde der unscheinbare Ort zu einem wirklichen Blickfang, der hoffentlich noch eine Zeit lang bestehen bleibt und Menschen zum „Hinschauen“ bewegt.

Kathrin Frech

Workshop „Arbeiten mit dem Papierfaserstoff des Maulbeerbaumes (Kozo)“

Neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten kennenzulernen und unter Anleitung mit neuen Techniken und Materialien zu experimentieren- das reizt Künstler wie Schüler gleichermaßen.

Am 7.10 2017 fand deshalb ein erster gemeinsamer Workshop der Kunstzeche Penzberg und der Fachschaft Kunst am Gymnasium Penzberg statt.

Die drei Künstlerinnen (Susanne Hanus, Christa Kratzer und Gabriele Lampadius) , die drei Oberstufenschülerinnen (Lea Rothhausen, Alexandra Zyzik und Katharina Schönberner) und die Kunstlehrerin (Melanie Hofmeister) kamen im Werkraum des Gymnasiums zusammen um sich auf den Papierfaserstoff des Maulbeerbaumes (Kozo) einzulassen.

Die renommierte Künstlerin und ehemalige Professorin Frau Dorothea Reese-Heim (seit 2005 Ehrenmitglied der Kunstzeche Penzberg) leitete den vierstündigen Workshop.

Nach einer kurzen Vorstellung der Entwicklung ihres eigenen, faszinierenden künstlerischen Werkes folgte ein vergleichender Überblick über die geschichtliche Entwicklung des Papiers im westlichen und östlichen Kulturkreis.
Ziehen, Legen, Walzen, Hämmern, Schnüren, Schöpfen, Durchlöchern: Mit all diesen angesprochenen Möglichkeiten sollte nun selbst experimentiert werden.
Dafür bekamen die Teilnehmerinnen ca. 3 Stunden Zeit, in denen sie diverse Papiere und Papierobjekte anfertigten.

Die Schülerin Katharina Schönberner (Q12) berichtet:

Zur Vorbereitung wurde der Papierfaserstoff Kozo von Frau Reese-Heim einige Stunden in Pottasche gekocht, um ihn anschließend verarbeiten zu können. Dadurch änderte sich die Konsistenz des spröden, bastartigen Faserstoffes. Die nun weichen und glitschigen langen Stränge konnten so nach Belieben verarbeitet werden. Die unterschiedlichen Verarbeitungsmöglichkeiten wurden uns zunächst demonstriert. In kleinere Stränge zerteilt und als eine Art Gitterstruktur angeordnet, ließen sich flächige Muster legen die sich durch kleine Hammerschläge miteinander verbunden haben. Zog man den Strang aber einfach in die Breite, kamen die verschiedenen Fasern des Stoffes zum Vorschein und es entstand eine interessante organische Textur.

Wir versuchten außerdem dickeres Papier zu erhalten. Dazu musste man mehrere Stränge aufeinanderlegen und mit einem Hammer ca. 10 Minuten klopfen, bis sich die Fasern ineinander gelegt hatten. Mit diesen dicken Platten erzeugten wir dann dreidimensionale Objekte. Dazu platzierten wir sie unter anderem z.B. auf Pappröhren und umwickelten diese mit Seilen. Wenn der Faserstoff auf diese Weise trocknete, behielt er die Form auch nach dem Ablösen vom Gegenstand . Da die Abdrücke des Seils auf dem Papier nach dem Trocknen sichtbar bleiben, reizte es uns diverse Knoten und Wicklungen anzuwenden. Auch Papierschöpfen war mit diesem Faserstoff möglich. Dafür klopften wir das Kozo ca. 20 Minuten mit einer Art Fleischklopfer bis die Fasern zerkleinert waren und ein weicher Faserbrei (Pulpe) entstanden war. Diesen wässerten wir in einer großen mit Wasser gefüllten Wanne.
Um das Papier schöpfen zu können, wurde ein Sieb benötigt. Dieses zogen wir gleichmäßig durch die Wanne und so lagerten sich die Fasern wie eine Art Vlies darauf ab. Damit sich das Papier vom Sieb lösen konnte, legten und drückten wir das Sieb nun vorsichtig und umgedreht auf ein angefeuchtetes Tuch (Gautschen). Daraufhin musste das Papier noch in eine Presse gelegt und schließlich zum Trocknen aufgehängt werden. Zwischendurch stärkten wir uns mit Kaffee, kalten Getränken und Kuchen. Wir nützen die Pause für einen Austausch über unsere Ergebnisse und sahen in einem Film weitere Beispiele von manueller und maschineller Papierverarbeitung. Am Ende legten wir unsere Arbeiten auf alle Tische zum Trocknen aus, betrachteten sie noch einmal genau und gingen mit der Spannung nach Hause, wie sie sich durch das Trocknen wohl verändern würden...

Alle Teilnehmer hatten sehr viel Spaß sich künstlerisch auszuleben und mit einem Stoff zu arbeiten, der ihnen zuvor noch unbekannt war.

Die von Frau Geiger, der 2. Vorsitzenden der Kunstzeche Penzberg, und dem Schulleiter Herrn Kerscher entwickelte Idee, neue Möglichkeiten einzurichten, bei denen Künstler und Schüler der Stadt Penzberg in Kontakt kommen können, um miteinander Neues zu lernen, wurde von der Fachschaft Kunst begeistert aufgenommen. In guter Zusammenarbeit wurden passende Rahmenbedingungen geschaffen und alle nötigen Vorbereitungen für diesen Workshop getroffen. Weiter Workshops mit anderen inhaltlichen Ausrichtungen sollen folgen.

Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten und ganz besonders Frau Prof. Reese-Heim für ihre bemerkenswerte Bereitschaft ihr Werk, ihr Wissen und ihr Können unentgeltlich und so mitreißend weiterzugeben.
Es war ein großartiges Erlebnis!

StRin Melanie Hofmeister


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