AG Umwelt- und Naturschutz

Global denken – lokal handeln

Für Schüler der Jahrgangsstufen 5 – 10


Themen:

Sag mir, wo die Blumen sind!
Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten
und wie wir sie bewahren können
Klimawandel: Was können wir tun?
Landwirtschaft geht uns alle an
Welchen Einfluss haben wir als Konsumenten?
Wie können wir eine gerechtere Welt gestalten?
Kleine Ideen mit großer Wirkung

Was haben wir vor?

Wir gehen raus in die Natur, machen Exkursionen.
Wir beteiligen uns an praktischen Naturschutzprojekten vor Ort.
Wir besuchen einen herkömmlichen und einen Bio-Bauernhof,
eine Ökostation oder ein Umweltzentrum.
Wir informieren uns bei Unternehmen, Behörden und Politikern.
Wir gestalten den Lebensraum Schule aktiv mit:
Pausenhof, Biotop, Mensa.
Wir machen Vorschläge zur Einsparung von Ressourcen
(Energie, Abfall, Papier, Wasser).
Wir organisieren Ausstellungen,
Filmvorführungen und Vorträge etc.




Plastikpiraten an der Isar in Bad Tölz

Im Zuge der (Citizen-Science-)Aktion „Plastik Piraten – Das Meer beginnt hier“ im Wissenschaftsjahr 2016/17 – Meere und Ozeane beteiligte sich die AG Umwelt an einer deutschlandweit erhobenen Datensammlung über die Verbreitung von Makro- und Mikroplastik in und an deutschen Flüssen, die im Anschluss von der Kieler Forschungswerkstatt der Uni Kiel ausgewertet wird.

Nach einer theoretischen Einführung in das Thema „Plastikmüll im Meer – wie kommt er dorthin?“ sollten die Schüler bei einer Exkursion nach Bad Tölz in fünf verschiedenen Gruppen das (Plastik-)Müllaufkommen an und in der Isar untersuchen, wobei jede Gruppe ihre eigene Aufgabe zu bewerkstelligen hatte.
Die erste Gruppe musste die Fließgeschwindigkeit der Isar messen und die Umgebung des Flusses beschreiben (u.a. dort vorkommende Tier- und Pflanzenarten).
Die Aufgabe der zweiten Gruppe war es in drei verschiedenen Uferzonen (Flussrand, Flussböschung und Flusskrone) an jeweils drei zuvor festgelegten Stationen nach Müll zu suchen. Die dritte Gruppe sammelte und fotografierte Müllansammlungen, die auf einer zuvor bestimmten Fläche zu finden waren. Die vierte Gruppe fischte mithilfe eines im Fluss fixierten Mikroplastiknetzes nach Mikroplastik im Wasser und dokumentierte größere im Fluss treibende Müllobjekte.
Das Reporterteam schließlich interviewte die anderen Gruppen und machte Bilder.
Fazit von Felicia Rüth, 10c, aus dem Reporterteam: „An unserer Flussstelle haben wir verhältnismäßig wenig Müll gefunden, das meiste waren Plastikobjekte wie Plastikflaschen, Tüten und Essensverpackungen, die hinter dem Strand in den Büschen lagen. Batterien und Glasscherben waren ein Fund, der uns erschreckt hat. Aber wir haben kein Mikroplastik gefunden, was ein gutes Zeichen für die Sauberkeit der Isar ist. Wir vermuten, dass der Müll von Flussbesuchern verursacht wurde, da diese Stelle im Sommer ein beliebter Partyort ist.
Die Aktion hat allen Gruppen sehr viel Spaß gemacht und am Ende kamen wir zu dem Ergebnis, dass man Müll am und im Fluss am besten vermeiden kann, wenn man mehr wiederverwendbare Aufbewahrungsbehälter kauft und insgesamt an solchen beliebten Flussstellen Mülleimer aufstellt.“

Felicia Rüth, 10c und Katrin Reisnecker, Leiterin AG Umwelt

           

Brücken in die Zukunft*

Glück kann man nicht kaufen,
aber einen Baum pflanzen –
und das ist fast das Gleiche.

Wer in die strahlenden Gesichter der Schüler sah, die während der Plant-for-the-Planet-Akademie im Bergschutzwald am Blomberg Bäume pflanzten, war von der Wahrheit dieses Satzes überzeugt. Fast ein Jahr lang hatte das P-Seminar „Plant-for-the-Planet“ auf diesen Höhepunkt hingearbeitet: eine Schülerakademie mit 50 Kindern und Jugendlichen aus dem gesamten Landkreis, die sich in Workshops und Vorträgen mit den Ursachen, Folgen Lösungsmöglichkeiten der Klimakrise beschäftigten – und eben nicht nur reden, sondern selbst handeln, z. B. Bäume pflanzen und weitere Aktionen planen wollten.

Dass Wälder das Klima schützen und eine unendliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren beherbergen, weiß inzwischen jeder. Nicht jeder weiß aber, dass Brasilien und Kanada zu den größten Zellstofflieferanten Deutschlands gehören und dafür uralte Regenwälder zerstört werden. Oder dass eine einzige Schulklasse mit 23 Schülern für ihren Papierbedarf pro Jahr 4 bis 9 mittelgroße Bäume benötigt.

Der Verkauf von Heften und Blöcken aus Recycling-Papier durch Schüler der AG Umwelt während der ersten Schultage sollte auch dieses Jahr wieder dazu beitragen, dass Problembewusstsein zu schärfen. Nur relativ wenige Schüler machen aber davon Gebrauch. Die AG-Umwelt hat deshalb beschlossen, sich das Papiersortiment der Penzberger Schreibwarengeschäfte und Supermärkte anzuschauen. Das Ergebnis: Fast alle bieten hochwertige Schulhefte und Blöcke aus Recycling-Papier mit dem Blauen Engel an (auch Toilettenpapier, Küchenrollen und Taschentücher), dazu zu einem günstigen Preis. Es muss nur noch gekauft werden! Und noch ein Vorteil: „Engel-Papier“ verbraucht bei der Herstellung auch 60 Prozent weniger Energie und 70 Prozent weniger Wasser und natürlich viel weniger giftige Chemikalien. Übrigens ist Ihnen schon aufgefallen, dass unsere Schule beim Kopierpapier nun auch auf 100 Prozent Recycling-Papier mit dem Blauen Engel umgestellt hat?

„Sauber, abwaschbar und geschmeidig: So hat uns Plastik um den Verstand gebracht“, heißt es treffend im „Fluter“, einer Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung vom Herbst 2014. Ob in der Schule als Trinkbecher oder Flasche, als Coffee-to-go-Becher oder als Plastiktüte beim Einkaufen – oft verwenden wir Plastikprodukte (hergestellt aus Erdöl, Kohle oder Erdgas) nur wenige Minuten und werfen sie dann weg. Im günstigsten Fall landen sie im gelben Sack, im ungünstigsten Fall in der Landschaft oder in Gewässern, wo Plastik mehrere hundert Jahre braucht, um sich zu zersetzen. Als Microplastik belastet es selbst bayerische Gewässer wie die Isar oder den Ammersee. Auch dieser komplexen Thematik nahm sich die AG Umwelt an. Sie lud dazu die Autorin Bettina Kelm ein. In ihrem Vortrag und Workshop „Panama – ein Meer ertrinkt in Plastik“ erfuhren die Schüler in beeindruckenden Zahlen und Bildern, wie massiv die Ozeane und ihre Meeresbewohner weltweit durch Plastikmüll bedroht sind – und letztendlich auch wir. Es wurde aber auch von hoffnungsvollen Lösungsansätzen berichtet – im Sinne von reduce, reuse, recycle. Gemeinsam überlegten die Schüler schließlich, wo es möglich ist, Plastik in ihrem eigenen Alltag zu reduzieren.

Dies sind nur einige Beispiele für die vielfältigen Aktivitäten der Arbeitsgruppe Umwelt und Naturschutz, aber auch anderer Klassen, die sich mit ihren Lehrern den Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz, Ernährung, Fairer Handel, Schutz des Regenwaldes, biologische Vielfalt und lebenswerte Stadtentwicklung angenommen haben. So sind wir guter Hoffnung, dass die Bewerbung unserer Schule als „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21-Schule auch in diesem Schuljahr erfolgreich sein wird. Nicht als Selbstzweck, sondern um für diese (über-)lebenswichtigen Themen Aufmerksamkeit und Unterstützung  zu erhalten.

OStRin Hannelore Jaresch
Leitung der AG Umwelt und Naturschutz

*Mit dem Thema Biodiversität/biologische Vielfalt eines von zwei Themen, das das  
Gymnasium Penzberg für die Bewerbung als Umweltschule für dieses Schuljahr ausgesucht
hat

Aktivitäten der AG Umwelt im Jahr 2013/14

Von den Bäumen der Biber zu den Pralinen für Bienen!

40 Schüler trafen sich auch dieses Schuljahr wieder in zwei Arbeitsgruppen, um mehr zu erfahren über aktuelle Themen in den Bereichen Umwelt-, Tier- und Naturschutz, Schutz des Klimas und der Ressourcen unserer Erde und um gemeinsam zu überlegen, was jeder Einzelne tun kann für eine lebenswerte und faire Zukunft aller Menschen auf diesem Planeten.

Dass dazu ein verantwortungsbewusster, nachhaltiger Lebensstil gehört, versteht sich von alleine. Wie schon in den letzten Schuljahren wollte die AG Umwelt deshalb auch zu Beginn dieses Schuljahres mit dem Verkauf von Heften und Blöcken aus Reyclingpapier dazu anregen, Wälder zu schonen, die für die Produktion von frischem Zellstoff gerodet werden. In einem der vielen Themen auf unserer Pinwand ging es um die Verschwendung von Rohstoffen für Plastiktüten, die meist gleich nach dem Einkauf weggeworfen werden und Umwelt und Meere verschmutzen.

Dass auch der Biber Bäume fällt und damit seinen Lebensraum und den anderer Tiere gestaltet und bereichert, war bei einer Exkursion an den Sindelsbach mit Schülern und Eltern nicht zu übersehen. Ein Besuch der Winterfütterung von Vögeln an der Moosmühle zeigte, wie viele Arten sich auf engem Raum drängen, wenn es in Notzeiten etwas zu futtern gibt.

Auch vor der eigenen Haustür, am Schlossbichlpark, war bei einer der Müllsammelaktionen einiges zu entdecken, z. B. eine ganze Matratze, die im Säubach entsorgt worden war. Das Aufhängen von Nistkästen an der Totholz-Buche im Pausenhof wurde bald mit Bettelrufen von Blaumeisen belohnt, deren Eltern die neue Behausung sofort angenommen hatten.

Während unser Wildbienenhaus so langsam von einzelnen solitär lebenden Exemplaren bezogen wird, zeigte ein Besuch am Bienenstock von Hobbyimker Dr.  Reißner, wie komplex das Zusammenspiel in einem Staat von Honigbienen ist. Damit Bienen und andere Insekten auch genügend Nektar und Pollen finden, hatte die AG Umwelt ja vor einigen Jahren blütenreiche Wildrosen und naturnahe Gartenrosen zwischen Realschule und Gymnasium gepflanzt. Diese entwickeln sich prächtig und bringen Duft und Farbe in den Schulhof. Mit der Aktion „Pralinen für Bienen“ wurden zum Sommerfest der Schule kleine Kugeln aus Erde, Tonmehl und Biosaatgut hergestellt und an die Eltern, Lehrer und Schüler verteilt. Diese Saatkugeln werden später im Garten oder in Töpfen auf dem Balkon in die Erde gesteckt und gegossen. Schon nach wenigen Wochen werden Klatschmohn, Kornblume und Co. bunt blühen und Bienen und Hummeln als Futterquelle dienen.

Und nicht zuletzt:
Die gesamte Schulgemeinschaft hat am 17. und 18. Juli 2 Projekttage zum Thema „Ernährung – eine ethische, soziale und ökologische Herausforderung“ durchgeführt -  unter dem Motto „MAHLZEIT mit sinnenEN. Wie wollt ihr in Zukunft leben?“ Dabei haben sich die Schüler aller Jahrgangsstufen  mit den wichtigsten Aspekten dieser Überlebensfrage der Menschheit in unterschiedlichen Aktionen und Projekten beschäftigt und wurden damit für eine verantwortungsvolle Ernährung sensibilisiert. Einen kleinen Einblick in die Fülle der Projekte gibt die Pressemitteilung im Anschluss.

OStRin Hannelore Jaresch
Leitung der AG Umwelt und Naturschutz

Aktivitäten der AG Umwelt im Schuljahr 2012/2013

Gut leben auf kleinerem Fuß!

„Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind“.

Dieser Satz von Albert Schweitzer könnte als Motto über der Ausstellung „WertvollerLeben“ stehen, die im Juni 2013 an unserer Schule „gastierte“. Sich bewusst machen, wie gut es uns geht, dass zum Glück nicht unbedingt ständig gesteigerter materieller Konsum gehört, sondern eher ein Erkennen der kleinen Freuden, die uns täglich angeboten werden, das ist das Ziel dieser interaktiven Wanderausstellung.

Sie war damit auch ein Höhepunkt der Aktivitäten der diesjährigen Arbeitsgruppe Umwelt und Naturschutz. Diese tagte Montag- und Mittwochnachmittag in zwei Gruppen von jeweils rund 25 Schülern der Klassen 5 – 10. Vieles drehte sich dieses Jahr um den „Ökologischen Fußabdruck“. Dabei wird unser Material- und Energieverbrauch für Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum in die dafür beanspruchte produktive Fläche umgerechnet. Bei unserem Lebensstil könnte die Erde knapp 2 Mrd. Menschen langfristig versorgen. Wenn aber alle der inzwischen über 7 Mrd. Menschen so leben wollten wie wir, bräuchten wir mittlerweile drei Erden.

Wir müssen unser Leben also anders organisieren, um gut zu leben auf kleinerem Fuß. Das zeigte z. B. der Workshop „Gesunde und klimafreundliche Ernährung“ mit der Ernährungsberaterin Andrea Wothe, der Besuch des „Welt-Ladens“ in Penzberg oder der Workshop zur Einsparung von Plastik mit der Autorin von Naturreportagen Bettina Kelm. Zwei große Pflanzaktionen in Bernried sollten ein klein wenig dazu beitragen, die biologische Vielfalt und unser Klima zu schützen. Der erneute Verkauf von Heften und Blöcken aus Recyclingpapier in der ersten Schulwoche wollte dazu anregen, Wasser, Energie und Primärholz für unseren immensen Papierverbrauch zu sparen. Auch die mittlerweile zahlreichen Flüge von Schülern und Lehrern im Rahmen der Austauschprogramme könnten zumindest in ihrer Schadenswirkung auf unser Klima begrenzt werden, wenn für jeden Flugkilometer ein Beitrag zu Energiesparprojekten und für erneuerbare Energien in sog. Entwicklungsländern gespendet würde.

Insgesamt zeigt sich, dass die Themen und Anregungen der AG Umwelt im Angebot der Seminare und Arbeitsgruppen und im gesamten Schulleben immer mehr Fuß fassen. So war es auch nicht ganz unverdient, dass die Schule 2012 und 2013 „für das besondere Engagement zur nachhaltigen Verbesserung der Schulumwelt“ die Auszeichnung „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21-Schule“ erhielt.

„Naturgemäß leben und glücklich leben ist eins“, wusste schon Seneca. In diesem Sinne wollen wir uns auch in den nächsten Jahren gegenseitig anregen, vor den kleinen und großen Wundern der Natur zu staunen, ihre Verletzlichkeit und die Endlichkeit der Ressourcen zu erkennen und unseren Lebensstil daran anzupassen. Denn Zufriedenheit und Glück sind dauerhaft nicht käuflich zu erwerben.


Hannelore Jaresch
Leitung der AG Umwelt und Naturschutz


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