• MEDIENPÄDAGOGIK

Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,
die Themen mobile Geräte, (soziale) Medien und ihre Nutzung sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Medien nehmen im Leben von Kindern und Jugendlichen einen hohen Stellenwert ein und sind in den letzten Jahren zu einem nicht zu verachtenden Zeitfaktor geworden. Ohne Frage können uns Smartphones, Apps und Co. Vieles im Alltag erleichtern. So hat die Kommunikation eine noch nie dagewesene Geschwindigkeit erreicht, von der viele von uns profitieren. Auf der anderen Seite wirft die gängige Mediennutzung oftmals auch rechtliche und pädagogische Fragen auf.

Da aufgrund der erhöhten Nachfrage viele Elternratgeber im Internet existieren, die es Erziehungsberechtigten schwer machen den Überblick zu bewahren, sollen Ihnen die folgenden Seiten Informationen zu den häufigsten Fragen bieten und Ihnen somit eine Hilfe bei bestimmten pädagogischen Entscheidungen oder Fragestellungen bieten.

Grundsätzlich bleibt anzumerken, dass Medienerziehung eine gemeinsame Anstrengung von Elternhaus und Schule ist. Sie gelingt nur, wenn sich die Erziehungspartner über die Grundprinzipien einig sind und auf gemeinsame Werte verständigen.

Bei weiterführenden Fragen können Sie jederzeit auf mich zukommen.

Martin Omasreiter

Medienpädagoge am Gymnasium Penzberg

Ein Thema das viele Eltern v.a. in der 5. und 6. Jahrgangsstufe bewegt, ist die Frage, wann ein Kind ein eigenes Handy bzw. Smartphone bekommen sollte. Dazu gibt der Elternratgeber „SCHAU HIN! Was dein Kind mit Medien macht“ einige nützliche Tipps mit weiterführenden Links:
https://www.schau-hin.info/informieren/medien/hoeren/goldene-regeln/11-13-jahre.html

Ergänzend dazu ist eine Checkliste erhältlich, die Ihnen die Entscheidungsfindung erleichtern sollte:
https://www.schau-hin.info/fileadmin/content/downloadcenter/Smartphone/Checkliste_Erstes_Smartphone.pdf

Oftmals spielt auch der Gruppendruck bei der Anschaffung eines Smartphones eine entscheidende Rolle. Hierzu ein wertvolles Statement einer der Mediencoaches von „SCHAU HIN!“:
https://www.youtube.com/watch?v=vuyUSVgZOYc

Grundsätzlich empfehlen wir Eltern der Unterstufe sich an den Klassenelternabenden Anfang des Schuljahres untereinander über vorhandene mobile Endgeräte und deren Nutzung auszutauschen, um gegebenenfalls eine gemeinsame Linie festzulegen.

Die App-Favoriten der Kinder und Jugendlichen ändern sich oftmals äußerst schnell. Ist Facebook noch für die Generation der 20-35-Jährigen das gängigste soziale Netzwerk, das genutzt wird, wird dieses von Unter-20-Jährigen kaum noch verwendet. Neben sozialen Netzwerken sind vor allem auch Spiele besonders beliebt.

Spiele-Apps:

Eine Zusammenfassung der beliebtesten Spiele-Apps, die von jugendschutz.net getestet und bewertet wurden, bietet:
https://www.schau-hin.info/news/beliebte-spiele-apps-fuer-kinder-sind-riskant/
Beachten Sie dabei bitte die einzelnen Bewertungen, die wertvolle Hinweise zur jeweiligen App geben!

Messenger-Apps:

Unter den mobilen Messengern ist WhatsApp immer noch die beliebteste Plattform. Dem folgenden Link können Sie Tipps zum Umgang mit mobilen Messengern entnehmen:
https://www.schau-hin.info/informieren/medien/chatten/wissenswertes/mobile-messenger.html
Interessant dabei ist u.a. die Bilderstrecke zu den WhatsApp-Alternativen. Auch wenn hier aufgrund der entstehenden Kosten (von nur wenigen Euro) und der weiten Verbreitung von WhatsApp für Jugendliche Alternativen kaum in Frage kommen, empfehlen wir die Nutzung sicherer Messengerdienste. Dabei hilft es, wenn sich Eltern hier bereits bei der Anschaffung eines Smartphones untereinander absprechen und auf die Verwendung eines sicheren Messengers bestehen.
Der Artikel enthält zudem Hinweise zu den Sicherheitseinstellungen bei WhatsApp.

Foto- und Video-Apps:

Besondere Beliebtheit unter den Foto-Apps haben Instagram und Snapchat erlangt, die von einer Vielzahl von Jugendlichen genutzt werden. Neben YouTube als klassischer Video-App gibt es noch die weniger bekannte App YouNow, bei der sich Nutzer im livestream vor unbekannten Zuschauern zeigen und von deren Gebrauch durch Kinder und Jugendliche daher stark abzuraten ist.
Informationen und Tipps zum Umgang mit den jeweiligen Apps bieten folgende Links:
Instagram:
https://www.schau-hin.info/informieren/medien/chatten/wissenswertes/instagram.html
Snapchat:
https://www.schau-hin.info/informieren/medien/chatten/wissenswertes/snapchat.html
YouTube:
https://www.schau-hin.info/informieren/medien/chatten/wissenswertes/youtube.html
YouNow:
https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/apps/younow/#s|Younow
Facebook:
https://www.schau-hin.info/informieren/medien/chatten/wissenswertes/facebook.html

Als Ansprechpartner für Schüler, die Fragen oder Probleme rund um das Internet (soziale Netzwerke, Urheberrecht, Abzocke durch Abonnements, Apps und Cybermobbing) haben, wurden durch eine Medienpädagogin für zahlreiche Schulen des Landkreises Medienscouts ausgebildet. Diese erreichen Ihre Kinder und Sie einfach per E-Mail über medienscouts@gymnasium-penzberg.de.

Cybermobbing

Cybermobbing stellt immer wieder ein Problem unter Kindern und Jugendlichen dar und steht oftmals in Verbindung mit „klassischem“ Mobbing. Der folgende Link gibt Informationen darüber, was man unter Cybermobbing konkret versteht, wie man dieses als Eltern erkennt und was Sie bei einem Cybermobbingfall unternehmen können.
https://www.schau-hin.info/informieren/extrathemen/cybermobbing.html
Sollte ein Cybermobbingfall in einer Klasse auftreten können sich Schüler auch jederzeit an die Medienscouts wenden, die ihnen Verhaltenstipps geben können und den Fall unter Stillschweigen behandeln. Zudem stehen alle Lehrkräfte, Bettina Alsters (Schulsozialarbeiterin) und das Direktorat für Anliegen dieser Art zur Verfügung, sodass eine gemeinsame Lösung für das Problem gefunden werden kann.
Bei (Cyber-)Mobbing handelt es sich keineswegs um ein Kavaliersdelikt, sondern wurde in gravierenden Fällen bereits juristisch verfolgt und belangt. Ein Beispiel für das Ausmaß, das Cybermobbing nehmen kann und welche juristischen Folgen es möglicherweise nach sich zieht liefert folgender Fall aus dem Jahr 2015:
http://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2016-N-02120?hl=true&AspxAutoDetectCookieSupport=1
Besonders zu beachten sind hierbei die vom Gericht verhängte Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 1.500€ und die Androhung eines Ordnungsgeldes von 250.000€ im Falle eines erneuten Vergehens des Täters gegenüber dem Opfer. Dabei wird deutlich, dass das Gericht klar die Eltern des zum Tatzeitpunkt 12-jährigen Täters in die Pflicht nimmt.

Verbreitung von Gewaltvideos

Die Verbreitung von Gewaltvideos bis hin zu gefilmten Hinrichtungen durch den IS ist zurecht oftmals der Auslöser für große Besorgnis unter den Erziehungsberechtigten und zieht lange Diskussionen unter Eltern und an Schulen nach sich. Um zu vermeiden, dass Ihr Kind an solche Videos allzu leicht gelangt, sollten Sie von Anfang an die Mediennutzung Ihres Kindes begleiten und damit ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen, sodass Sie über die sozialen Kreise, in denen Ihr Kind verkehrt, informiert sind. Zudem ist es möglich Jugendschutzfilter zu installieren und diese durch ein Passwort zu schützen, sodass negative Inhalte von Ihrem Kind ferngehalten werden können. Weitere Informationen zum Thema, zu geeigneten Jugendschutzfiltern und kindgerechten Informationsseiten bzw. -sendungen liefert:
https://www.klicksafe.de/jugendschutzfilter/

Hate speech

Ein leider sehr aktuelles Thema im Internet ist die, v.a. von extremistischen Gruppen, verwendete „Hate speech“. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen sind 94 Prozent der 14-24-jährigen im Netz schon auf Hass-Kommentare gestoßen. (https://www.klicksafe.de/themen/problematische-inhalte/hate-speech/)

Wie Eltern ihre Kinder vor extremistischer Hetze und Hass schützen können zeigt folgende Seite:
https://www.schau-hin.info/informieren/medien/chatten/wissenswertes/hass-im-netz-hate-speech.html

Ein gelungener Ansatz bei der direkten Konfrontation mit „Hate speech“ kann die „Counter Speech“ darstellen, also das (oftmals lustige) Dagegenhalten gegen verbreitete „Hate speech“ mittels Sprüchen, Videos, Gifs oder Memes. Mehr Informationen dazu bietet:
https://no-hate-speech.de/de/

Urheberrecht

Obwohl dieses Thema praktisch omnipräsent ist, wird wohl kein Recht so häufig missachtet wie das Urheberrecht. Was Eltern und ihre Kinder bei diesem Thema beachten sollten, zeigt zusammengefasst: https://www.klicksafe.de/themen/rechtsfragen-im-netz/urheberrecht/

Weiterführende und stets aktuelle Informationen zum Urheberrecht finden Sie auch auf:
https://irights.info/
Die Seite liefert v.a. unter den Abschnitten „Grundwissen“ interessante Informationen, die die meisten Fragen beantworten sollten.

Grundsätzlich sollten Kinder und Jugendliche darauf achten, dass sie keine Bilder von jemanden ins Netz hochladen, der nicht vorher zugestimmt hat. Auch bei der Veröffentlichung anderer Grafiken oder Bilder, die für Präsentationen etc. verwendet werden und anschließend z.B. auf die Schulhomepage gestellt werden, sollten „freie“ Inhalte verwendet werden (erkennbar an der Kennzeichnung „CC“ für „Creative Commons“ – unrühmliche Ausnahmen bilden jedoch diese beiden Fälle: https://irights.info/artikel/vermehrte-abmahnungen-bei-creative-commons-fotos/27407). Somit sind bei Veröffentlichung von „Creative Commons“ Werken stets die Lizenzbedingungen zu beachten. Bei Suchmaschinen lassen sich die Suchparameter dementsprechend anpassen, dass nur lizenzfreie Werke angezeigt werden, wobei hier natürlich auch mit Einschränkungen bei den Suchergebnissen gerechnet werden muss. Zudem existieren lizenzfreie Bilddatenbanken wie www.pixelio.de oder www.photocase.com.

Medien üben eine große Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche aus, sodass diese oftmals auch äußerst intensiv genutzt werden (wollen). Die Frage, wann viel ZU viel ist, versucht folgender Artikel zu beantworten, indem u.a. der Begriff Mediensucht kritisch betrachtet wird. Zudem liefert er Tipps zur Vereinbarung von Medienzeiten, Informationen zu möglichen Anzeichen von Mediensucht und welche Risikofaktoren hierfür bekannt sind. Statistiken, wie häufig Medien von Kindern genutzt werden, können Ihnen helfen das Medienverhalten Ihres Kindes zu vergleichen und zu beurteilen.
https://www.schau-hin.info/informieren/extrathemen/medienzeiten.html
Ein hilfreiches Instrument bei der Vereinbarung von Medienzeiten stellt zudem ein Mediennutzungsvertrag dar, mit dem Sie gemeinsam mit Ihrem Kind schriftlich die erlaubten Medienzeiten festhalten.
https://www.mediennutzungsvertrag.de/

Für Kinder und Jugendliche stellt die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körperbild eine wichtige Stufe in der Entwicklung zu Erwachsenen dar. Diese Auseinandersetzung erfährt in der ständigen Inszenierung in sozialen Medien jedoch oftmals eine enorme Überbewertung, die einen enormen Druck auf Kinder und Jugendliche ausüben kann. Folgender Artikel informiert über medialen Körperkult und gibt Eltern Tipps, falls ihr Kind zunehmend Selbstzweifel aufgrund der oftmals völlig falschen und verzerrten Körperidealen entwickelt.
https://www.schau-hin.info/informieren/medien/chatten/wissenswertes/medialer-koerperkult.html

Als Facette des medialen Körperkultes wurde „Sexting“ bekannt, also das Versenden von eigenen Nacktaufnahmen unter Kindern und Jugendlichen. Einmal versendet und weitergeleitet, sind diese Bilder für den ursprünglichen Absender kaum noch zu löschen oder in ihrer Verbreitung zu kontrollieren – oftmals mit gravierenden Folgen für den Absender. Weitere Informationen zum Thema Sexting finden sie unter:
https://www.schau-hin.info/artikel/sexting-vorsicht-bei-nacktbildern/

Am Gymnasium Penzberg wird derzeit ein verbindliches Medienkonzept für die Schule erarbeitet, das die Grundlage für den Unterricht, die Ausstattung und die Aus- und Fortbildung der Lehrer im Gebrauch der Medien umfassen wird.

Inhaltlich verantwortlich: Martin Omasreiter

Zuletzt aktualisiert: 7. Februar 2022

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