Am Freitag vor den Weihnachtsferien besuchte unser Leistungsfach Kunst das Münchner UTOPIA, um eine immersive Inszenierung zu erleben.

Mit Audioguides ausgestattet, schauten wir uns zunächst den informativen Teil der Ausstellung an. Dieser hielt nicht nur über den Guide und ausgehängte Texte interessante Informationen über Vincents Leben und seine künstlerische Entwicklung bereit, sondern zeigte auch eine Vielzahl an projizierten Werken, welche die Räumlichkeiten vom Boden bis zur Decke ausfüllten.

Das Highlight des Erlebnisses folgte am Ende des Rundgangs. In dem sehr großen Hauptraum wurden sämtliche Wände durch Beamer in eine gigantische 360-Grad-Leinwand verwandelt, die uns in die Geschichte und die Farbwelten des Künstlers multisensorisch eintauchen ließ. Die Kombination aus animierten Meisterwerken wie der Sternennacht oder den Sonnenblumen, Musik und der chronologischen Erzählung seiner Lebensgeschichte aus der Perspektive seiner Schwägerin, Johanna van Gogh, mit Originalzitaten aus seinen Briefen hinterließ bei uns allen einen großen Eindruck.

Besonders spannend war für mich persönlich der starke Kontrast, der die gesamte Ausstellung prägte: Auf der einen Seite die alte Geschichte und die über 130 Jahre alten Gemälde eines Mannes, der zu Lebzeiten kaum Anerkennung fand, und auf der anderen Seite die moderne Technik, die diese Kunst nun für uns präsentierte.

Ohne festen Arbeitsauftrag konnten wir uns ganz auf die audiovisuelle Erfahrung konzentrieren. Es war ein spannender Abschluss des Kalenderjahres, der uns emotional den Künstler Van Gogh und seine Malerei auf eine neue Weise nachempfinden ließ.

Dominik Keidel Q13

Nach einer kurzen Mittagspause mit ungewöhnlichen Mittagsmenüs in einem veganen Restaurant zogen wir weiter in das Museum Brandhorst. Von der Ausstellung „LONG STORY SHORT – Eine Kunstgeschichte aus der Sammlung Brandhorst von den 1960er-Jahren bis zur Gegenwart“ hatten wir uns allerdings mehr versprochen. Leider gab es den angekündigten Audioguide nicht, welcher uns die Hintergründe und die Kunstgeschichte hätte vermitteln sollen, z.B. wie die Kunst seit den 70er Jahren auf historische Ereignisse, gesellschaftliche Veränderungen und technologische Innovationen reagierte und sie im künstlerischen Prozess reflektierte oder welche Auswirkungen z.B. das Wirtschaftswunder auf den Umgang von Künstler:innen mit Materialien hatte und was die Politisierung der Gesellschaft in den 1960er-Jahren für Künstler:innen bedeutete.

In der Ausstellung „CONFRONTATIONS – Gegenüberstellungen aus der Sammlung“ im Erdgeschoss fanden wir dann aber interessante Malereien und unerwartete Werkpaare, die mal berührend, mal komisch, mal mitreißend in den Dialog traten.

Das Obergeschoss fand ich persönlich sehr sehenswert. Dieses gab einen guten Überblick über die Werke des US-amerikanischen Künstler Cy Twombly (1928 – 2011) – von seinen frühen Arbeiten bis zu seinen letzten Bildern. Auffällig waren die abstrakten Formen und malerischen Gesten und die krakeligen Linien auf großen Flächen, die teilweise an Graffiti erinnern. Spannend war auch der „Lepanto“-Zyklus mit seinen zwölf großformatigen Gemälden. Eine der symbolträchtigsten Seeschlachten der Geschichte stellte Twombly in starken Farben wie Rot-, Gelb- und Blautönen dar, die viel Spannung erzeugen und an Feuer, Blut und Meer denken lassen. Vielleicht der Höhepunkt des Museums Brandhorst war der Rosensaal, für den Cy Twombly 2008 eigens eine Serie aus sechs Malereien mit dem Titel „Untitled (Roses)“ geschaffen hatte. Das Besondere daran ist die gegenseitige Wirkung und Abstimmung zwischen der Architektur und den Malereien. Die farbintensiven, abstrakten Rosen wirken gleichzeitig kraftvoll und verletzlich und haben mich sehr beeindruckt.

Frieda Konrad Q13