So lautet der Titel eines Sammelbandes über das gleichnamige Armenviertel der Millionenstadt Natal im Nordosten Brasiliens. „Wenn ich über Mãe Luíza rede, komme ich schnell ins Schwärmen“, gesteht Gisela Matschl, Hauptansprechpartnerin der Penzberger Partnerschaft „Mãe Luíza/Natal e.V.“, den Dreizehntklässlern des Religionskurses von Frau Dettl. Enthusiastisch und mit zahlreichen anschaulichen Bildern werden die Schülerinnen und Schüler an diesem Freitagvormittag über die bereits seit 39 Jahren bestehende Partnerschaft mit der einst durch ihre hohe Kriminalität als berüchtigt geltende Favela informiert.

Nicht nur die Rednerin versprüht Optimismus, auch das von ihr vorgestellte Projekt zeugt davon, dass eine langjährige Partnerschaft Früchte trägt. Gegründet durch den Salesianer Padre Sabino Gentili, fördert vor allem das „Casa Crescer“ Kinder und Jugendliche des Vororts von klein auf. In der kostenlosen Einrichtung erhalten sie schulische, spielerische und musikalische Förderangebote, um sie über ihre Bildung so zu stärken, dass sie später einmal auf eigenen Beinen stehen können.

Diese „Hilfe zur Selbsthilfe“ hat im Solidaritäts- und Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre ihr Fundament – ein Lehrplanthema der 13. Klasse des katholischen Religionsunterrichts. Entwicklungshilfe soll nicht als Almosengeben verstanden werden, sondern als eine solidarische Beziehungsarbeit auf Augenhöhe, in der man die Potentiale vor Ort erkennt und Menschen dahingehend unterstützt. Ein wesentliches Ziel ist es, Chancengleichheit zum globalen Westen herzustellen, indem man Strukturen fördert, die den Einzelnen im Blick haben. Dass dies in Mãe Luíza im Kleinen bereits geschieht, zeigen die Fotos von Gisela Matschl, welche das Projekt einmal pro Jahr besucht. Hier sieht man Jugendliche bei einer Orchesteraufführung, Kindergartenkinder, die mit Hilfe eines Plakats über das Denguefieber informieren, oder Grundschüler, welche die Seitenstreifen einer Straße mit Palmsetzlingen begrünen.

Besonders spannend ist für die baldigen Abiturienten und Abiturientinnen auch die Information über einen möglichen Auslandsaufenthalt in Brasilien. Bereits nach dem Vortrag gibt es schon erste Interessentinnen an dieser Chance des Perspektivwechsels. Abschließend wirbt Frau Dettl für die diesjährige Osternestversteigerung am Freitag vor den Osterferien in der Mensa des Gymnasiums. Wie bereits im letzten Jahr soll deren gesamter Erlös der sinnvollen Arbeit in Mãe Luíza gespendet werden, sodass man dort weiterhin optimistisch in die Zukunft blickt.

Anne Dettl